Ansa Sauermann: Tausend Dank & lass‘ dich gehen

Mit „Tausend Dank & lass’ dich gehen“ legt Ansa Sauermann die nächste Single aus
seinem kommenden Album „Gehts noch“ vor – und tritt dabei das Gaspedal ordentlich
durch. Ein treibender Uptempo-Track zwischen Indie-Rock und Punk-Attitüde, der keine
Umwege nimmt und genau deshalb so unmittelbar wirkt. Wo andere noch erklären, ist
Sauermann längst losgerannt.


Der Song ist ein Abgesang ohne Wehmut, ein Schulterzucken mit erhobener Faust.
„Tausend Dank & lass’ dich gehen“ richtet sich nicht an eine einzelne Figur, sondern an
ein ganzes Sammelbecken aus Enttäuschungen, Projektionen und schlechten
Angewohnheiten. Keine Abrechnung mit dem Zeigefinger, sondern ein befreiender
Befreiungsschlag: klar, laut und ohne Rückversicherung.


Musikalisch treibt der Song nach vorne, als gäbe es kein Zurück. Gitarren schieben, das Schlagzeug
prescht, der Bass hält alles zusammen – und darüber eine Stimme, die gleichzeitig anklagt und
loslässt. Es ist dieser Moment kurz vor dem Knall, wenn man merkt, dass man nichts mehr erklären
muss. Ein Refrain wie ein offenes Fenster bei voller Fahrt.


Thematisch bleibt Sauermann auch hier seiner Linie treu: Es geht um Haltung in einer Welt voller
Reibung. Um das Erkennen von Mustern, die sich wiederholen – und um den Entschluss, sich davon
zu lösen. „Tausend Dank & lass’ dich gehen“ ist kein zynischer Song, sondern ein erstaunlich
warmer Abschied von allem, was einen kleiner macht, als man sein müsste.


Damit zeigt Ansa Sauermann erneut, wie vielseitig „Gehts noch“ gedacht ist: als Album zwischen
Euphorie und Widerspruch, zwischen Romantik und Widerstand. Ein Rock’n’Roll, der nicht erklärt,
sondern handelt – und der genau dort am stärksten ist, wo er weh tut und gleichzeitig befreit.